Tierwelt

Lebewesen auf einer Streuobstwiese

Streuobstwiesen bieten nicht nur einen optimalen Lebensraum für viele Pflanzenarten, sondern auch für die Tierwelt und die Natur stellen sie einen unverzichtbaren Lebensraum dar. Durch das große Nahrungsangebot fühlen sich auf Streuobstwiesen die verschiedensten Lebewesen wohl. Bis zu 1000 verschiedene Tierarten können sich auf Streuobstwiesen ansiedeln.

Welche Tiere leben auf einer Streuobstwiese?

Die Mahd der Streuobstwiese ermöglicht den Tieren ein weitestgehend störungsfreies Leben, was die Ausbreitung der Tierwelt in der Natur begünstigt. Sowohl die Gras- und Wildblumenarten können auf den Wiesen blühen und Samen bilden, die wiederum den Insekten- und Säugetierarten als Nahrung dienen. Unterschiedliche Lichtverhältnisse sorgen zudem für ökologische Nischen und damit für eine erhöhte Artenvielfalt. Zahlreiche Tierarten in der Natur erhalten dadurch optimale Lebensbedingungen.

Marienkäfer im Obstbaum

Insekten

Durch optimale Lebensbedingungen auf Streuobstwiesen findet sich dort eine hohe Artenvielfalt von Gliederfüßern wieder. Hierzu zählen insbesondere Insekten wie Bienen und Käferarten, Marienkäfer, Asseln, Tausendfüßer und diverse Spinnenarten. Die verschiedenen Insektenarten sind für das biologische Gleichgewicht der Streuobstwiese sehr wichtig, da sie biologische Stoffe zersetzen und diese damit auf den Abbau durch Mikroorganismen vorbereiten. Der Abbauprozess bildet den Grundstein für das Fortbestehen der Streuobstwiese, da dem Boden dadurch natürliche Nährstoffe zugeführt werden. Auch Schmetterlinge finden sich durch die Blüten der Wildblumen auf Streuobstwiesen wieder. Es gibt einige Pflanzenarten, die aufgrund ihrer tiefen Blütenkelche nur von Schmetterlingen bestäubt werden können. Auf diese Art und Weise helfen Schmetterlinge bei der Erhaltung der Diversität auf Blumenwiesen. Besonders besiedelt in Rheinland-Pfalz sind die Arten des Schwalbenschwanzes, des großen Fuchses und des Tagpfauenauges. Zudem sind Insekten für viele Amphibien, Säugetiere und Vögel eine Nahrungsquelle.

Säugetiere

Die Tierwelt einer Streuobstwiese ist sehr artenreich. Nicht nur Vögel, Amphibien, Reptilien oder Insekten trifft man auf Streuobstwiesen wieder, sondern auch Säugetiere wie Igel, Feldmäuse, Feldhasen, Gartenschläfer, Eichhörnchen, Maulwürfe, Wühlmäuse oder bei Nacht sogar Fledermäuse. Aufgrund der Kombination aus offener und bewaldeter Fläche stellen Streuobstwiesen eine Vernetzung der Biotope Wald und Wiese dar, was zur Erhaltung der Natur und der Tiere ungemein beiträgt und notwendig ist. Besonders Igel oder Eichhörnchen haben es in Zeiten der Urbanisierung bedeutend schwerer, einen geeigneten Lebensraum wie Totholzecken, Laubhaufen oder Baumhöhlen zu finden. Eichhörnchen ernähren sich bevorzugt von Baumfrüchten wie Nüssen, Samen und Kernen, Trieben, Knospen, Blättern, Kleinvögeln und Vogeleiern. Aber auch Beeren zählen zu dem Speiseplan von Eichhörnchen. Auf Streuobstwiesen finden Eichhörnchen viele Nahrungsquellen, weshalb sie oftmals auf Streuobstwiesen anzufinden sind.

Reptilien und Amphibien

Auch Reptilien und Amphibien bereichern die Tierwelt einer Streuobstwiese. Dazu zählen Waldeidechsen, Zauneidechsen, Kreuzotter und Blindschleichen, aber auch Erdkröten oder Grasfrösche finden sich auf Streuobstwiesen wieder. Die Amphibien und Reptilien leben vor allem im Schatten der hohen Wiesen und sind aufgrund des geringen Lebensraumes besonders auf Streuobstwiesen als Lebensraum angewiesen.

Vögel

Die Tierwelt einer Streuobstwiese ist sehr vielfältig. Unter anderem finden sich viele verschiedene Vögel auf den natürlich gehaltenen Wiesen wieder. Die Vögel steuern besonders aufgrund des hohen Nahrungsangebots häufig die Streuobstwiesen an. Je nach Jahreszeit lassen sich unterschiedliche Vögel beobachten – relativ häufig lassen sich folgende Vögel auf Streuobstwiesen sehen:

  • Steinkauz
  • Wendehals
  • Feldsperling
  • Halsbandschnapper
  • Gartenbaumläufer
  • Gartenrotschwanz
  • Rebhuhn
  • Grünspecht
  • Amsel

Bienen und Hummeln

Die letzten Jahre schreitet das Insektensterben durch fehlende Lebensräume weiter voran. Auch Bienen und Hummeln finden kaum noch einen geeigneten Lebensraum, um sich auf natürlichem Wege auszubreiten. Die milden Winter stören die lebensnotwendige Winterruhe der Wildbienen und Hummeln. Anlegen von Totholzecken und Blühstreifen wurde in den vergangenen Jahren von immer mehr Menschen aktiv wahrgenommen, jedoch bedingen die fehlenden Bestimmungen zu Insektiziden, dass sich diese in Flächen und somit auch die Bienen und Hummeln tatsächlich ansiedeln können.

Die Streuobstwiese bietet den Wildbienen einen Lebensraum, in welchem sie das ganze Jahr über Nahrung finden. Sowohl die unterschiedlichen Obstbäume als auch der Pollen und Nektar von den Blüten der Wiese eignen sich für die Bienen und Hummeln, aber auch für andere Insektenarten wie den Marienkäfer hervorragend als Nahrung.

Schmetterlinge

Schmetterlinge durchlaufen verschiedene Phasen, bis sie zu einem erwachsenen Falter werden. Zunächst legen die Schmetterlinge Eier, die sich dann zu Raupen oder Larven entwickeln. Nach dem Raupenstadium verpuppen sie sich und entwickeln sich zu erwachsenen Faltern. Folgende Schmetterlinge können auf einer Streuobstwiese zu finden sein:

  • Landkärtchen
  • Schwalbenschwanz
  • Aurorafalter
  • Tagpfauenauge
  • Zitronenfalter
  • Brombeerzipfelfalter
  • Schachbrett
  • Distelfalter
  • Senfweißling
  • Ochsenauge
  • C-Falter
  • Kleiner Heufalter
Zitronenfalter

Schmetterlinge lieben auf Streuobstwiesen das reichhaltige Angebot an Nektar und Pollen. Im Spätsommer fallen Schmetterlinge regelrecht über das Fallobst wie Äpfel, Birnen oder Zwetschgen her. Der gärende Saft des Obstes stärkt die Schmetterlinge, bevor Sie sich vor dem Winter auf den Weg in den Süden machen. Schmetterlinge können aufgrund ihres Rüssels Wildblumen bestäuben, die die Bienen und Hummeln nicht bestäuben können.

Warum sind Wespen hilfreich?

Wespen sind ähnlich wie Bienen eine Gattung der Hautflügler und ernähren sich von Pflanzensäften oder Obst. Auch sie übernehmen durch die Bestäubung von Blüten eine äußerst wichtige Aufgabe im Ökosystem, womit sie zu einer reichen Ernte beitragen. Allerdings jagen Wespen auch Insekten, da sie auch Fleischfresser sind. Die Wespenbrut benötigt zum Überleben und für eine entsprechende Entwicklung tierisches Eiweiß, weshalb Wespen vor allem Fliegen, Mücken, Blattläuse oder kleine Raupen jagen. Durch diese Jagd helfen Wespen auf natürliche Art und Weise, Schädlinge und deren Population klein zu halten, was sowohl den Hobbygärtnern als auch den Landwirten zu Gute kommt.

Was ist schlimmer: Ein Wespenstich oder ein Bienenstich?

Vielen Menschen fällt die Unterscheidung der Bienen und Wespen schwierig, wodurch sie oftmals vor beiden Angst haben. Wespen haben die charakteristisch gelb-schwarzen Streifen und eine ausgeprägte Wespentaille. Betrachtet man im Vergleich zu den Wespen allerdings die Bienen, so fällt auf, dass Bienen einen massigeren, bräunlich gefärbten und behaarten Körper haben. Auch hinsichtlich des Fressverhaltens unterscheiden sich Bienen von Wespen deutlich: Während Bienen reine Pflanzenfresser sind und sich von Nektar und Säften ernähren, ist die Wespe hingegen zusätzlich auch Fleischfresser. Einen weiteren Unterschied stellen die Stachel beider Hautflügler dar. Die Biene hat einen Stachel, der nur zur Notwehr einmalig genutzt werden kann. Dies liegt daran, dass der Stachel fest verwachsen ist und Harken besitzt, um in der Haut des Feindes stecken zu bleiben. Beim Versuch, diesen aus der menschlichen Haut herauszuziehen, reißt sich die Biene einen Teil ihres Hinterleibs ab und verstirbt kurze Zeit darauf. Jedoch ist dies beim Stechen anderer Bienen nicht der Fall, hier kann die Biene den Stachel problemlos wieder herausziehen. Im Gegensatz dazu steht die Wespe, die durch ihr Verhalten als Fleischfresser auf Jagd geht.

Bei einem Stich durch eine Biene sollte zuerst der Stachel mithilfe einer Pinzette vorsichtig entfernt werden. Am Stachel einer Biene befindet sich ein Alarmstoff, der weitere Bienen anlocken soll. Dieses sollte nicht mit blanken Fingern angefasst werden, um zu vermeiden, dass weiteres Gift in die Wunde gelangt. Im Anschluss sollte die Wunde desinfiziert und gekühlt werden. Dies trifft auch auf Wespenstiche zu, auch diese Stiche sollten unbedingt gekühlt werden. Ein Brennen kann unter Umständen vorkommen. Sollte der Stich, egal ob ein Wespenstich oder ein Bienenstich, nach einigen Stunden nicht abgeklungen sein, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Es könnte sich um eine allergische Reaktion handeln.

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